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Eishockey-Trainingsplan: 8-Wochen-Periodisierung für die Saisonvorbereitung

Die Saisonvorbereitung entscheidet oft über die Entwicklung eines ganzen Jahres. Wer die acht Wochen zwischen Saisonende und Saisonbeginn unstrukturiert verbringt, startet mit einem Fitness-Defizit, das sich nur schwer aufholt. Eine gut geplante Periodisierung dagegen entwickelt Spieler systematisch – von der allgemeinen Ausdauer über Kraft und Schnellkraft bis hin zu eishockeyspezifischen Anforderungen. Dieser Plan richtet sich an Trainer und Spieler ab Regiona- bis Verbandsliga-Niveau.

Das Grundprinzip der Periodisierung

Periodisierung bedeutet, die Trainingsbelastung planmäßig zu verändern – nicht jede Woche gleich hart zu trainieren, sondern Belastung und Erholung so zu steuern, dass der Körper sich anpassen kann. Das klassische Modell für die Saisonvorbereitung teilt die acht Wochen in vier Phasen: Grundlagenausdauer (Wo 1–2), Kraftaufbau (Wo 3–4), Schnellkraft (Wo 5–6) und eishockeyspezifische Vorbereitung (Wo 7–8).

Jede Phase baut auf der vorherigen auf. Ohne Grundlagenausdauer fehlt die Basis für Kraft. Ohne Kraft fehlt die Basis für Schnellkraft. Wer direkt mit Schnellkraft oder intensivem Eistraining beginnt, erhöht das Verletzungsrisiko und erzielt schlechtere Langzeitresultate.

Phase 1: Grundlagenausdauer (Woche 1–2)

Ziel dieser Phase ist die aerobe Basis. Der Körper soll lernen, effizient Sauerstoff zu verwerten – die Voraussetzung für alle weiteren Phasen. Intensität: niedrig bis moderat (60–70 % maximale Herzfrequenz). Kein intensives Intervalltraining in dieser Phase.

TagEinheitDauer / Inhalt
MontagOff-Ice: Laufen (aerob)40–50 Min., gleichmäßiges Tempo, HF 65 %
DienstagOff-Ice: Beweglichkeit + Rumpf30 Min. Yoga/Stretching, 20 Min. Rumpfstabilisation
MittwochOn-Ice: Technik-Einheit60 Min., Skating-Technik, kein Taktik
DonnerstagOff-Ice: Radfahren oder Schwimmen45 Min., alternative Ausdauerbelastung
FreitagOff-Ice: Rumpf + untere ExtremitätBodyweight-Übungen, 3x15 Kniebeugen, Ausfallschritte
SamstagOn-Ice: Skating + Small-Area-Games75 Min., Fokus Spielfreude, kein Druck
SonntagAktive Erholung oder PauseSpaziergang, Foam-Rolling

Off-Ice-Anteil Woche 1–2: 70 %. On-Ice: 30 %. Diese Verteilung ermöglicht Aufbau der aeroben Kapazität ohne zu frühe Belastung des Eislaufapparats nach der Sommerpause.

Phase 2: Kraftaufbau (Woche 3–4)

Jetzt geht es um muskuläre Basis: Beinpresse, Kniebeugen, Kreuzheben, Klimmzüge, Rudern. Drei Krafteinheiten pro Woche, progressive Überlastung (jede Woche 5–10 % mehr Gewicht oder Wiederholungen). Intensität Off-Ice: moderat bis hoch. Auf dem Eis: weiter Technikfokus, erste einfache Taktikbausteine.

TagEinheitDauer / Inhalt
MontagOff-Ice: Unterkörper-KraftKniebeugen 4x6, Beinpresse 3x10, Ausfallschritte 3x12
DienstagOn-Ice: Technik + erste Systeme75 Min., Skating + Grundpositionen
MittwochOff-Ice: Oberkörper-KraftKlimmzüge 4x6, Rudern 3x10, Schulterdrücken 3x10
DonnerstagOff-Ice: Ausdauer-Intervall5x4 Min. bei 80 % HF, 3 Min. Pause
FreitagOff-Ice: Ganzkörper-KraftKreuzheben 4x5, Bulgarian Split Squats 3x8, Farmers Carry
SamstagOn-Ice: Volleinheit Taktik90 Min., Zonen-Eintritt, Forechecking-Basics
SonntagPauseVollständige Erholung

Phase 3: Schnellkraft (Woche 5–6)

Schnellkraft = maximale Kraft in minimaler Zeit. Für Eishockey ist das der entscheidende Faktor: explosive Starts, schnelle Richtungswechsel, Schlagschuss-Power. Übungen: Sprungkniebeugen, Box Jumps, Medizinball-Würfe, Kettlebell-Schwünge. Gewichte reduzieren (60–70 % vom Maximum), Ausführungsgeschwindigkeit maximieren.

TagEinheitInhalt
MontagOff-Ice: Schnellkraft UnterkörperBox Jumps 5x5, Sprungkniebeugen 4x6, Laterale Sprünge 3x8
DienstagOn-Ice: Skating-SpeedSprint-Drills, Edge-Work, explosives Anfahren
MittwochOff-Ice: Schnellkraft OberkörperMed-Ball-Würfe 4x8, Klimmzüge explosiv 4x5, Rotations-Würfe
DonnerstagOn-Ice: Systeme + Speed90 Min., Vollsysteme auf Tempo
FreitagOff-Ice: Agilität + ReaktionHürdenläufe, Reaktions-Drills mit Partner
SamstagOn-Ice: Intensives TestspielScrimmage unter Wettkampfbedingungen
SonntagAktive ErholungFoam-Rolling, Stretching

Phase 4: Eishockey-spezifisch (Woche 7–8)

In der letzten Phase steht das Eis im Mittelpunkt. Off-Ice-Training reduziert sich auf 30 %, Kraftvolumen sinkt (Erhalt statt Aufbau). Auf dem Eis: vollständige Taktik-Systeme, PP/PK, Presaisonspiele. Ziel: Wettkampfbereitschaft herstellen, Verletzungsrisiko durch Überbelastung vermeiden.

Wichtig: In Woche 8 bewusst Belastung reduzieren (Tapering). 20–30 % weniger Volumen, gleiche oder leicht erhöhte Intensität. Der Körper braucht diese Entlastung, um frisch und explosiv in die Saison zu starten.

Belastungs- und Erholungssteuerung

Eine der häufigsten Fehler: zu wenig Schlaf und Erholung zwischen intensiven Einheiten. Die Anpassung passiert nicht beim Training, sondern in der Erholung. Konkrete Regeln:

Typische Fehler in der Vorbereitung

Ernährungshinweise für die Vorbereitung

Kraftaufbauphasen erfordern ausreichend Protein: 1,6–2,0 g pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Kohlenhydrate sind der Hauptenergielieferant für intensive Trainingseinheiten – nicht reduzieren in dieser Phase. Konkrete Prioritäten:

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